Montag, 27. April 2015

Angst macht jeden Traum kaputt.



Nach dem letzten „Schock“ das der HCG Wert TROTZ sämtlicher Schwangerschaftssyptome gleich NULL sind jetzt einige Wochen vergangen.
Ich muss leider die Erfahrung machen, dass ein Negativ mich mindestens genauso runterziehen kann wie meine vorherigen Fehlgeburten. Nachdem wir  zweimal den blanken Horror  mitmachten  hatte ich eher erwartet dass ein von vorne herein negativer Test dann ja „nicht ganz so schlimm“ sein kann und ich dies dann „schneller und besser“ verkraften müsste.
Vergisst es!
Es zieht mich leider genauso runter wie alles was davor an unschönen Dingen passierte und ich habe langsam einen Punkt erreicht, wo ich merke, das ich überhaupt nicht mehr ich selbst bin. Ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wer ich bin?!
Mein ganzes Leben wird nur noch von dem innigen Wunsch eine eigene kleine Familie gründen zu dürfen geprägt und langsam aber sicher gehe ich kaputt daran.
Weil ich für so gar nichts anderes mehr lebe. Weil mir die Kraft fehlt. Die Zeit. Der Mut.
Ich befinde mich in einer absoluten Sackgasse.
Es gibt so viele Dinge, die warten müssen – wegen dem Kinderwunsch. Vor allem um ihn zu finanzieren.
Körperlich und seelisch würde ich gerne eine Pause von einem halben Jahr machen.
Weiter abnehmen (vielleicht), mich erholen. Abstand gewinnen. Den Druck und den Stress aus dem ganzen nehmen…mal wieder Urlaub machen und weniger weinen. Gern auch mal Schmerzfrei sein. Alles tut mir weh. Die ganzen Knochen und Muskeln. Mal mehr, mal weniger- solange wie ich denken kann. Dem Arzt erzählte ich es nie. Immer durchhalten -aushalten- immer um alles hart kämpfen müssen- ich kenne mein Leben eigentlich gar nicht anders.
Daher dachte ich bis jetzt es sei normal.

Ich werde aber immer trauriger, weine immer öfter aus dem nichts und kann nicht erklären warum. Ich ziehe mich immer mehr zurück.
Wenn ich dann mit meinen Mann rede, kommt heraus es liegt alles an dem Kinderwunsch…was er uns kostet …Lebensfreude, Freizeitaktivitäten, Tränen,Angst,Kraft,Mut,Verzweiflung,Unzufriedenheit,Zeitdruck,Angst.Angst im Moment am meisten gepaart mit Zeitdruck. Schwachsinniger Weise erschlägt mich diese Erkenntnis dann aus dem Nichts so heftig, als hörte ich davon zum ersten Mal. Als hätte ich schon einen an der Waffel. Selbstverständlich war ich die letzten Jahre bei allen Geschehnissen anwesend! Wieso reagiert meine Seele so? Ist doch alles nix neues?

Eine Arbeitskollegin erzählte, dass die Schwester auch künstliche Befruchtung versuchte. Sie wurde gleich beim ersten Mal schwanger, verlor das Baby aber im 2.Monat.Sie ist sofort an ihre Grenzen gestoßen und meinte ,das tue sie sich nie wieder an. Sie adoptierte ein Kind und ist heute glücklich.
Da fängt es an mich zu ärgern, das ich anscheinend,! wie so viele von uns! viel mehr aushalten und auch aushalten mussten und trotzdem haben wir noch nicht aufgegeben. Warum eigentlich? Theoretisch müsste es ja bedeuten ,das wir alle soviel stärker innerlich sind als diese Frau, weil wir eben nicht so schnell aufgeben(wenn man das überhaupt so bezeichnen kann- das ist um Gottes willen nicht böse gemeint! Selbstverständlich ist es absolut ok, das bei jedem von uns die Grenzen in einem anderen Bereich liegen. Nicht falsch verstehen!
Ich ärgere mich ,ach wie soll ich das erklären….
Ich versuch es irgendwie….sie hat ganz schnell und sofort „aufgegeben“ und ist einen anderen Weg eingeschlagen und ist GLÜCKLICH.
Ich kann jetzt nur von mir reden.. „ich bin so doof „ und habe weiter gekämpft ,nicht aufgegeben und trotz aller Rückschläge immer weiter gemacht. Aber die Rechnung geht irgendwie bei mir nicht auf, denn ich bin NICHT glücklich. Im Gegenteil ,l langsam aber sicher zerbrösel ich innerlich.
Jetzt kann ich es genauer definieren ,worüber ich mich ärgere…das ich zu denen gehöre ,die ja ach so stark und mutig sind und nicht aufgegeben haben- noch nicht…hätte ich es getan, wäre ich vielleicht schon drüber hinweg und hätte bereits jetzt wieder ein normales ,schönes und glückliches Leben.
Stattdessen diktiert der innige Wunsch weiter mein Leben. Es gibt ja nun mal leider leider leider kein Knopf, wo man dieses Gefühl- diese Sehnsucht abstellen kann. Ich hätte schon den ganzen Apparat aus der Wand gerissen.

Es ist nämlich inzwischen soweit. Ich habe gefühlt eine absolute Zeitzange im Nacken.
Ich kann es mir nicht erlauben mich „ewig“ von meinem Negativ zu erholen. Ich werde in 5 Monaten 41!!!! Das hat nix mit dem Ego zu tun. Das mir völlig schnurz.
Aber mit der Fruchtbarkeit. Wenn man sich eh nur noch 1 bis maximal 2 Versuche von den Rippen absparen kann- (wenn überhaupt!), dann möchte ich das natürlich solche Unsummen zum Kleinstmöglichen Risiko investieren. Das klingt total dämlich, ich weiß… aber irgendwie hat sich das in meinem Kopf festgebissen, das ja die Fruchtbarkeit nun mal leider kontinuierlich in den Keller geht. Ich glaube deswegen leider, das ich es mir wirklich nicht erlauben kann zum Beispiel dieses Jahr gar nichts mehr zu machen um dann nächstes Jahr es noch einmal zu versuchen, da dann ja die Chancen sehr viel schlechter sind. Ich weiß das es trotzdem klappen kann, jedoch ist meine Angst zu groß, das es eben genau so nicht kommt.
Ein weiterer Versuch bedeutet für uns , das alle Ersparnisse auf Null sind. Wir hatten sonst immer einen Puffer. Das gab uns das Gefühl von Sicherheit. Und den braucht man für ein Haus auch. Es darf nichts passieren die nächste Zeit, sonst sehen wir echt alt aus.
Deswegen auch das ausgeprägte „Vernunftsdenken“. Wenn schon alles verlieren, dann nur, obwohl wir jedes noch so kleine Risiko umgangen ist. Dann ist es so. Aber wissentlich (übertrieben dargestellt) sich bis zum 98 Geburtstag von den Strapazen zu erholen und es dann vom letzten Geld nochmal zu versuchen um dann über ein Negativ zu trauern  ist einfach nur dusselig.
Ich glaube ich bin so wirr, das selbst ihr mich heute nicht versteht*schnief*


Mein ganzer Post klingt heute total dämlich und total chaotisch und kompliziert.
Hab es mir gerade mal durchgelesen und verstehe von meinen eigenen Worten nur die Hälfte.
Dabei möchte ich nur etwas zum Ausdruck bringen:

Ich habe Angst! Angst zum ersten mal in meinem Leben wirklich Angst, zu alt zu sein um unseren Kinderwunsch zu erfüllen bzw. Angst es nicht mehr rechtzeitig zu schaffen.
Ich musste mir schon von mehreren die Frage stellen lassen incl. meinem Hausarzt, zu dem ich ja eigentlich nie wieder hinwollte!...ob ich nicht glaube ,das ich mich da in etwas verrannt hätte. Man könne nichts erzwingen und wenn die Umstände so kompliziert seien, sollte man es doch lieber lassen. Ach jetzt wo sie das sagen……gggrrr
Hä?!
Die Kinderwunschbehandlung ist in dieser Gesellschaft nicht nur immer noch ein großes Tabuthema, man wird auch nicht von ihr verstanden und am schlimmsten noch von ihr alleine gelassen. Ich sage nur“ Deutschland hat zuwenig Kinder“ – ach wirklich??? Ja woran das wohl liegen mag. Vielleicht ein Stück weit auch daran, das man zusehen kann wie man finanziell klar kommt. Man muss sich ja schon dankbar fühlen, das man überhaupt irgendeinen Versuch zustande bekommt. Da gibt es ja durchaus wiederum andere, die haben dieses Geld von vorne herein nicht. Schlimm… aber ich schweife vom Thema ab.

Hat da denn wirklich niemand Verständnis(außer natürlich Familie /engste Freunde/Kiwukli) für, das wir durchaus berechtigt sind es noch weiterversuchen trotz aller Umstände??? Ist das wirklich so falsch?
Zwei Icsis, zweimal schwanger sogar mit Herzschlag- dann Gerinnungsstörung festgestellt, die durchaus behandelbar ist?
Lebe ich wirklich so sehr in einer Traumwelt? Bin ich wirklich schon Endstation-Sackgasse?
Auch wenn ich mich gerade noch so käsig fühle…ist es angesichts dessen, was man durchhat nicht auch irgendwie normal?
Wieso versteht das gefühlt gerade keiner?
Ist es denn wirklich soviel sinnvoller es zu lassen nur weil es unbequem ist weiter zu gehen.`
Kommen nicht gerade die an ihr Ziel ,die eben nicht aufgeben?
Wieso ist diese andere Frau denn GLÜCKLICH und ich bin es nicht?
Sie wirkt auf mich gerade soviel klüger als ich in meinen Entscheidungen.
Sie hat schon längst eine Alternative gefunden und lebt. Ich nicht.
Ich bin noch nicht soweit. Ich habe noch Hoffnung, sonst würde ich mir das alles nicht antun.
Natürlich macht es auch fü rmich immer noch Sinn weiterzumachen.
Ich wollte nur zumAusdruck bringen ,das es einen Kraft kostet,so sehr das man manchmal verzweifeln möchte.

Aber eines Tages werden wir wieder Geld für eine schöne Urlaubsreise haben. Dann schippern wir wieder glücklich mit der Aida durch die Weltmeere schlürfen Cocktails und genießen das Leben.
Und entweder sind unsere Zwillinge oder unser Nesthäkchen dann mit an Bord und machen den Kidsclub unsicher oder wir zeigen gerade einer kleinen lieben „Pflegeseele“ die schöne weite Welt.
Aber es wird nicht so kommen, das durch unser Haus keine Kinderfüsschen trampeln werden. Das lasse ich nicht zu. Das Leben wirkt dann so ohne tieferen Sinn für uns.
Wir wissen nur noch nicht, ob es die leiblichen Kinder oder Pflegekinder oder eine Kombi aus beiden werden wird. Und wenn man manchmal im Leben nicht weiß, was eines Tages auf einen zukommt, macht das unsicher und es macht Angst. Weil man es nicht steuern kann. Das Leben ist nicht planbar. Also ist man vom Schicksal abhängig.
Ich bin froh ,wenn „der da oben „ sich endlich mal entschieden hat bzw. uns das dann auch mal wissen lässt, damit das Leben dann auch mal weiter gehen kann.
Ich kling jetzt nochmal ganz böse, meine es aber wirklich nicht so.
Ich bin wirklich gläubig. Aber ich bete die letzten Wochen kaum noch, denn ich bin des bet(t)e(l)n müde geworden!

Eines Tages wird alles wieder gut. Ich hoffe einfach nur, das das nicht noch 843 Jahre dauert.

Das wäre zu gütig.
Im nächsten Post erzähle ich euch dann von den Erfahrungen von dem DHEA, was ich seit ein paar Wochen nehme, welches die Eizellqualität fördern soll mit so einigen Nebenwirkungen. Vielleicht ist ja eine davon,wie zerstreut ich mich gerade fühle….

Für heute eine gute Nacht ihr lieben Mäuse…
Eure Schuschu

Kommentare:

  1. Achje.... Endzeitstimmung. Lass dir gesagt sein, dass du total normal reagierst für dein Alter. Ticktack... Die biologische Uhr tickt. Wäre gelogen wenn ich es anders gesagt hätte. Aber he...ich kenne das zu gut. Lass dir etwas Zeit und versuche wieder positiv zu denken. Gehe deinen Weg und lass andere ihren Weg gehen. Alles wird irgendwie gut.
    Hanni

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  2. Mir ging es vor 3 Jahren auch so, lange Zeit. Ich holte mir Hilfe und fing an, wöchentlich zum Psychiater zu gehen. Er erklärte mir, das Angst ein Gefühl der Zukunft ist. Man stellt sich eine Zukunft vor, weiss jedoch nicht, ob die auch wirklich so eintrifft. Das entwickelt Angst. Das Gefühl ist eine Zeit- und Energieverschwendung, da es in einer unbegründeten Zukunft liegt.
    Wir haben viel damit gearbeitet und mir hilft das enorm weiter.
    Ich bin jünger wie du und habe mir eine Pause von 3 Jahren nach dem Nervenzusammenbruch gegeben, um mich psychisch von dem Stress KiWu zu erholen. Mir brachte das sehr viel.
    Evtl. würde dir therapeutische Unterstützung auch helfen?

    Lg
    Lila

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  3. Liebes, bist Du wirklich bereit, Dich auf allen Ebenen zu ruinieren ?
    Du klingst verdammt ausgebrannt.

    Und was kannst Du einem Kind geben, wenn Du selber nicht mehr Du bist ?
    Das Kind - egal ob Pflegekind oder leibliches Kind - wird vor allem DICH brauchen. Momentan scheint es so, als ob vor allem DU das Kind brauchst.

    Scheiß auf die 41 ... Du brauchst ´ne Pause. Aber sowas von.
    Mach ein paar Monate Urlaub vom Kinderwunsch und kümmere Dich um Dich ! Coaching als Unterstützung fände ich super sinnvoll. Jemanden, der DIR hilft, DIR gut tut. Jemand, der nur für DICH da ist. Wertfrei zuhört und mit Dir eine Strategie festlegt.
    Du wirst mit den paar Monaten Zeit mehr gewinnen als verlieren, das ist meine Meinung. Egal, wie es danach weitergeht.

    Auch eine Schwangerschaft kostet Kraft btw. Die Ängste werden gerade am Anfang nicht kleiner. Im Gegenteil. Wie willst Du das durchhalten, in dem Zustand jetzt?

    Pass auf Dich auf !

    Alles Liebe,
    Isa

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